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Einmal Leben rot weiß bitte.

Echt und nah. Ehrliches Essen für normale Menschen. Jedermann um die Ecke bekommt hier seinen Snack und jeder kann zugucken. Nur warum?

Die von Kabel 1 produzierte Doku Imbiss Live sendet 24h live aus dem Curry 54 in Magdeburg. Das echte Leben von echten Menschen, die echtes Essen konsumieren im echten Leben. Aber wie schon Adorno feststellte: "Es gibt kein echtes Leben im falschen." Trotzdem ist es da, das Curry 54 und vor dem Tresen steht eine schlange die nach Pommes verlangt. Was macht den Reiz aus, dann doch das echte im falschen zu suchen, oder dem falschen im falschen einen echten Anstrich geben zu wollen?

Angeblich gibt es gar kein echtes mehr, so Baudrilliard und so könnte es sein. Das echte ging verloren und alles geht auf in der Simulation des echten. Was ist das echte und was ist für unsere Vorstellung vom echten verantwortlich? Ist es der Lieblingsschnulzfilm, den wir mit 15 Jahren gesehen haben, der unser Bild der Liebe gefestigt hat? Ein Mischmasch aus Hollywood und streitenden Eltern am Frühstückstisch? Was bleibt da am Ende? Was bleibt vom Eigenen? Doch nur die Erkenntnis, dass diese Gedanken alt, offensichtlich und langweilig sind und nichts daran ändern, dass Imbiss Live jetzt auch im Fernsehen kommt. Natürlich nur ein Best Of vom wahren Leben. Zusammengeschnitten auf 30 min (inkl. Werbepausen). Aber wer ist man schon, wenn das Fernsehen noch nicht bewiesen hat, dass man ist oder man noch nicht seine Gedanken in ein Blog reingelullert hat?

Imbiss Live
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Hellsongs: Lounge Metal from Hell

Das hinter jeder Metal-Hymne ein melodisches Kleinod steckt, voller Romantik und Liebe, war ja klar. Allein die engen Hosen waren Zeichen genug. Aber jetzt ist es offiziell, dank Hellsongs.

Die Schweden, da kommen sie aus dem Norden, diese schönen Menschen, vertragen Unmengen an Alkohol, leben in diesem sagenhaften Bullerbütraumland (selbst Geißelnehmer sind so schnuckelig, dass man sich in sie verlieben könnte) und dann machen sie auch noch Musik. Frauenstimmen die unerschöpflisch Honig in unsere Öhrchen gießen. Ach.

Hellsongs ist da keine Ausnahme. Die drei Schweden nehmen sich alter Metal-Hymnen an und interpretieren diese neu. Was dabei herauskommt bezeichnen sie selbst als Lounge Metal – herrlich wundervoll.



Hellsongs bei MySpace
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Nomen est Omen: Schwarze Pumpe.

Los schreit nach Atomkraft, macht schon. Der Blick auf eine Tabelle und das ziehen in der Magengegend beim Gedanken an die möglichen Reaktionen widerwärtiger Lobbyisten.

So oder ähnlich war die erste Reaktion nach dem Lesen einer schrecklichen Tagesschaumeldung. Doch was passieren sollte war weitaus schlimmer. Nichts. Nichts vom alten Geseier über die Renaissance der Atomkraft. Der Blasebalg von Euratom im Arsch der Stromgroßkonzerne. Nichts, rein gar nichts. Nada. Kein Lobbygeggrinse in die Kameras der Abendnachrichtensendungen. Nichteinmal ein Aufschrei der Gutmenschfraktion. Aber wieso auch, schließlich sind wir, die Vorbilder in Sachen Umweltpolititk – uiuiui Atomausstieg, großer Sport dank Kohlesubventionierung – die größten Luftverpester an Bord der alten Humpe Europa. Die Nachricht hat es nichteinmal zwei Tage auf Tagesschau.de ausgehalten.

Aber warum auch, schließlich halten wir ja nicht inne, im Kampf um die Wählergunst/Umwelt/oder: der Atem meiner Katze riecht nach Katzenfutter (Ralph Wiggum).
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Der symbolische Tausch und der Tod. Jean Baudrillard ~ *20. Juli 1929 †6. März 2007

Ein Aufsatz Baudrillards trägt den Namen, "Kool Killer oder Der Aufstand der Zeichen." Nach der Lektüre einiger seiner Schriften, stellt man sich die Frage, ob er nicht selbst ein Teil dieses Aufstands war.

T. C. Boyle sagte einmal Bücher seien wie Rock-Konzerte. Entweder bringst du die Leute zum tanzen oder sie beschmeißen dich mit Bierdosen. Zu Baudrillards Büchern konnte man tanzen, auch wenn die Rythmuswechsel verwirrend sein konnten, war gerade diese Verwirrung die Aufforderung, immer weiter zu tanzen. Das Geschriebene war nie nur der Mittler seiner Thesen, sondern auch immer ein Bestandteil, der den Gedanken bedingungslos folgte.

Jean Baudrillard starb im Alter von 77 Jahren in Paris.
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2007 ~ und was kommt als nächstes?

Das Jahr ist noch pupsfrisch und kaum trocken auf der Straße, da sieht es sich dem großen Erwartungsdruck der Menschheit ausgesetzt. Was wird es uns bringen? Wird alles besser/schlechter oder einfach wie immer – halt irgendwie?

Sicher, es mangelt nicht an "Was-wird-uns-das-Jahr-2007-bringen-Prognosen", aber ein paar Kleinigkeiten gibt es da schon zu erwähnen. Kaum sind ein paar Tage vergangen, ertappen sich doch einige dabei, einen Satz zu denken, der undenkbarer kaum sein kann, gerade in Deutschland. "Ich freu' mich auf Hitler." Wer hätte gedacht, dass man das einfach mal so schreiben kann, nun aber ist es möglich, mit Helge Schneider in der Hauptrolle. Uiuiui, was können wir uns auf diesen Film freuen. Schluss mit dem ganzen "darf-man-das-denn-in-Deutschland-gelaber". Erst mal gucken, dann reden und vor allem, das Sommermärchen nicht vergessen. Schade das der Film von Dani Levy nicht "Deuschland – ein Demokratiemärchen" heißt. Egal, ob der Film gut ist oder nicht, wen interessiert das schon.

Frohes neues Jahr auch von hier aus.
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Großereignisse vor der Tür

Es ist nicht wirklich neu festzustellen, dass die WM vor der Tür steht, aber damit müssen wir uns bis Ende Juli wohl anfreunden. Auch hier auf ¶Zynthetik - Das Blogzine.

Alles steigt an, die Wasserpegel der Flüsse, die Terrorangst der Innenminister, die Veröffentlichung diverser Fußballbezogener Artikel und die Nervosität. Deshalb wird ihr, der Nervosität, hier eine neue Rubrik gewidmet. Denn sie wird uns die nächsten Wochen begleiten, wie der Harndrang nach dem Genuß von Bier. Es wird viele Dinge geben die den gemeinen Bewohner nervös machen und machen werden. Selbst die, die sich nicht die Bohne für die WM interessieren, sollten langsam nervös werden, denn es könnte für sie unerträglich werden. Allein wegen der zu Hysterie, Schwarzmalerei und Ausverkauf neigenden westlich zivilisierten Gesellschaft in der wir uns befinden.

Gerade deshalb geht es hier nicht um Fußball, sondern um die Nervosität an sich. Um Sachen, Dinge, Situationen die einfach nervös machen. Ja, der Augenaufschlag von Brigit Bardot in Le Mepris wäre z.B ein Thema. Ohne Zweifel. Heute:

Alte Waschmaschinen in Mietwohnungen
Allein der Gedanke, Abends von der Arbeit nach Hause zu kommen und schon vor der Haustür von einer Wasserlache begrüßt zu werden, kann nervös machen. Wie leicht kann ein Hahn undicht werden, oder eine defekte Waschmaschine sozusagen inkontinent. Einfach einmal vergessen den Wasserhahn abzudrehen und ein paar Stunden später herausfinden, warum die Deckungssummen in Haftpflichtversicherungen, Gott beware man hat eine, so astronomisch hoch sind. Die Nachbaren grüßen einen mit tödlichen Blicken, denn das Missgeschick hat ihre Wohnung mit modergeruch verziert und schlimmer – Schimmel. Horror.

Das kann nervös machen. Waschmaschinen, gerade alte, gehören in einen Waschkeller.
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Shopping-Demenz

Wenn ein Gespräch in der besseren Gesellschaft unfreiwillig auf den Punkt kommt. Oder, neulich Ostermontag am Timmendorfer Strand. Die Geschäfte der Strandpromenade haben natürlich geöffnet.

Eheidyll an einem wunderschönen Feiertag. Die Sorgen sind weit und die Depression, die das Land erfasst hat, ist hier im gehobenen Preissegment angesiedelt.
"Wie findest du die neue Jacke?" Ihr stolzer Blick funkelt ihn an.
"Bißchen folkloristisch, oder?" Seine Augen funkeln auch nicht schlecht. Die beiden sitzen gemütlich auf einer Bierbank am Strand. Der junge Weimeraner tollt übermutig im Sand. Sie ist keineswegs seiner Meinung.
"Nein, folkloristisch? Wirklich? Dann zieh ich die Jacke nicht mehr an. Folkloristich? Nein, niemals." Ihr Blick, fragend zur Freundin gerichtet. Die, goldene Brille, goldener Ring, goldener Ohrring, goldenes Leben, goldig einfältig hat sich die gleiche Jacke gekauft. Etwas unsicher streicht sie sich mit beiden Händen die Jacke vor der Brust glatt.
"Wegen dem Rot? Das ist nicht folkloristisch." Der Mann bleibt hart, zumindest etwas. Das Spiel bereitet ihm vergnügen, wie dem jungen Hund der gerade übermutig ein Kleinkind umschmeißt. Das Kind plumpst auf den Hintern, weint, die Eltern beruhigen es. Der Hund wird kurz getadelt, so kurz wie er innehält und weiter wetzt. Das Spiel geht weiter:
"Hast du dir nicht so eine Jacke schon auf Sylt gekauft?" Sie stutzt, sieht ihn an.
"Auf Sylt? Nein, ich habe – noch nie – nie auf Sylt so eine Jacke gekauft."
"Doch, auch in so einem Laden."
"Auf Sylt habe ich noch nie in so einem Laden eingekauft."
"Letztes Jahr."
"Nein, auf Sylt. Nie." Er lächelt seine Frau liebevoll an und zwinkert ihr zu.
"Das nennt man Shopping-Demenz." Sie kichert stolz.
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Die Kanzlerin spricht

Stolz können wir sein, denn schließlich ist unsere Regierungschefin die erste überhaupt, weltweit, die es wagt, sich per Podcast an das/ihr Volk zu wenden. Titel: "Angela Merkel - die Kanzlerin direkt"

Rechtzeitig zur WM startet der neue Podcast von Angie. Ab Donnerstag den 8. Juni 2006 wird sich die Regierungschefin wöchentlich mit einer zwei bis drei minütigen Ansprache übers Netz ergehen. Das ist modern, frisch und... - gute Frage, was ist das? Was kommt da auf uns zu? Wöchentliche "Du bist Deutschland" Motivationsschübe oder langweilige Politikrechtfertigungsphrasen aus der Textertüte ihrer Autoren? Auf der Seite der Kanzlerin heißt es: "Mit "Video-on-demand" erläutert die Bundeskanzlerin ihre Politik." Da können wir gespannt sein, auf eine neue Quelle reichhaltigen Inhalts. Hier geht's zur Kanzlerin =>
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Wider la tristessa: The Harry Chapin Days

Auch in düsteren Zeiten darf die Sonne scheinen und die Farben dürfen uns blenden in stillem Wohlgefallen und naiver Einfachheit. A Tribute to Harry Chapin: Flowers are red.

The little boy went first day of school | He got some crayons and started to draw | He put colors all over the paper | For colors was what he saw | And the teacher said.. What you doin' young man | I'm paintin' flowers he said | She said... It's not the time for art young man | And anyway flowers are green and red | There's a time for everything young man | And a way it should be done | You've got to show concern for everyone else | For you're not the only one

And she said... | Flowers are red young man | Green leaves are green | There's no need to see flowers any other way | Than the way they always have been seen

But the little boy said... | There are so many colors in the rainbow | So many colors in the morning sun | So many colors in the flower and I see every one

Well the teacher said.. You're sassy | There's ways that things should be | And you'll paint flowers the way they are | So repeat after me.....

And she said... | Flowers are red young man | Green leaves are green | There's no need to see flowers any other way | Than the way they always have been seen

But the little boy said... | There are so many colors in the rainbow | So many colors in the morning sun | So many colors in the flower and I see every one

The teacher put him in a corner | She said.. It's for your own good.. | And you won't come out 'til you get it right | And all responding like you should | Well finally he got lonely | Frightened thoughts filled his head | And he went up to the teacher | And this is what he said.. and he said

Flowers are red, green leaves are green | There's no need to see flowers any other way | Than the way they always have been seen

Time went by like it always does | And they moved to another town | And the little boy went to another school | And this is what he found | The teacher there was smilin' | She said...Painting should be fun | And there are so many colors in a flower | So let's use every one

But that little boy painted flowers | In neat rows of green and red | And when the teacher asked him why | This is what he said.. and he said

Flowers are red, green leaves are green | There's no need to see flowers any other way | Than the way they always have been seen.
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Die Moser-Klinik

Beware of a gute Laune. It may help you enjoying your lousy life. Gerade in schwierigen Zeiten wie diesen, wo Weltmeisterschaften, nuklare Auseinandersetzungen vor der Tür und heilige Kriege in der Tür stehen, sind Orte der Entspannung und Sammlung ein wahrer Segen.

Mittwochabend, Sternschanzenpark die E-Jugend des SC Sternschanze hat ein Heimspiel. Die kleinen Jungs wetzen durch den staubigen Sand, der Hartplatz ist nicht gerade Technik fördernd und am Spielfeldrand, wer wetzt da – der Trainer der Gästemannschaft. Gerade hat ein Junge eine Flanke knapp ins Toraus geschossen.
"Der kann's nicht! Jedesmal, jede Flanke schießt der hinter's Tor. Jede Flanke! Der kann's nicht! Der kann's nicht!"

Die Frage ist: Wer kann's nicht? An der Hohe-Luft-Chaussee gibt es eine Klinik. Die nennt sich "Moser-Klinik". Was steckt hinter dieser Moser-Klinik? Menschen die zuviel mosern und sich deshalb einliefern lassen? Die stehen dann zusammen am Balkon, sehen auf die viel befahrene Hauptverkehrsstraße und schimpfen: "Ich zahl hier scheißviel Geld, und für was!? Für den Krach?" Langsam und sanft streicht ein Pfleger über den Oberarm des Patienten und besänftigt ihn: "Das ist kein Lärm oder Krach, das ist urbane Lebensqualität."

Oder lassen sich vielleicht Leute einliefern, die Angst haben vor ihrer gruseligen guten Laune. Klinsi wäre vielleicht ein Kandidat. Während den "Fachleuten" die Kniechen schlottern, grinst er sich zur WM. Naja, eigentlich richtig so – sollen lieber die Fachleute in die Moser-Klinik. aber was ist die Moser-Klinik nun wirklich? Na, eine Klinik für ästhetische Chirurgie, was nicht bedeutet, dass sich der Weißkittel tragende da Vinci besonders bemüht, eine gute Figur mit seinen blutverschmierten Handschuhen zu machen, nein, es bedeutet zu großem Prozentsatz – Titten, schöne pralle Titten und weniger Fett, natürlich. Also war die erste Annahme, ja doch ganz nah dran. Falls ihr auch euer Fett wegbekommen wollt und die Titanic euch konsequent ignoriert, hier geht's.
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