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Schwarz-Weiß-Malerei. Nach dem Tod von Stanislaw Lem und unter dem Einfluss des Wetters in Hamburg wird ¶Zynthetik - Das Blogzine vorerst im Trauergewand auftreten.

Die Niederschlagswerte gehen hoch wie der Cholesterinspiegel von Reiner "Calli" Calmund, nachdem er sich gestern vor der Staatsanwaltschaft rechtfertigen musste. Immerhin soll er Spiele manipuliert haben.

Vor nicht allzu langer Zeit war ein Interview mit Stanislaw Lem in einer Ausgabe der Galore. Das zu lesen hat sich gelohnt, sowie jedes Sanislaw Lem Buch, das man in die Finger bekommen hat und noch in die Finger bekommen wird.
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Größe in Bewegung

Beim ersten Anblick ist nicht wirklich klar, wie groß die Queen Mary denn wirklich ist. Natürlich liegt sie in diesem riesigen Trockendock und natürlich überragt sie alles Umstehende. Trotzdem dachte ich sie sei größer. Langsam schlender ich die Landungsbrücken entlang, meine Füße werden kälter und kälter, bis ich kaum noch etwas spüre. So schlürfe ich dahin und sehe immerwieder nach links, zu diesem prachtvollen Schiff und versuche mir vorzustellen, wie denn die möglichen Passagiere so aussehen. Wahrscheinlich unterscheiden sie sich von den Menschenmassen, die bei dieser Kälte den Weg in den Hafen finden, um einmal das größte Passagierschiff der Welt zu sehen. Vielleicht würde man die größe der Queen besser einordnen können, wenn an der Seite des Docks ein 1zu1 Pappmodell der Titanic zu sehen wäre. Die Titanic, das lässt mich schmunzeln und die Laandungsbrücken sind zu Ende. Ich gehe weiter die Hafenstraße entlang. Die Queen ist nun hinter mir und ich drehe mich nicht mehr um, denke nur noch darüber nach, dass ich sie als etwas klein empfunden habe. So laufe ich einige Minuten bevor ich mich zum letzten mal zu diesem riesigen Luxuskreuzer umsehe. Bei diesem letzten Blick wird mir klar, wie groß dieses Schiff ist. Denn obwohl ich schon eine beachtliche Strecke an der Hafenstraße entlang gelaufen bin, ist es, als wäre sie keinen Zentimeter kleiner geworden.
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Jaja, gegen die Kleinen...

...da trauen sie sich. Gegen Milan die Hosen voll, dass es warm um die Hüfte wird, gegen den HSV ein Dämpfer vor den bayrischen Bug und von Werder mit den eigenen Mitteln geputzt. Und dann wurde auch noch der Titan plastiniert. Aber dann - gegen die kleinen, gegen die trauen sie sich.

Das ist schon etwas schäbig, wenn der Trainer des FC Bayern nach dem Spiel, den kurz vorher mit 3:0 gewonnen Pokalfight, mit der vorhergegangen Klatsche gegen den Ligakonkurrenten vergleicht. Schließlich ist Werder ein gestandener Championsleauge-Teilnehmer und St. Pauli nur der ehemalige Weltpokalssiegerbesieger aus der 3. Liga mit geringen Aufstiegschancen. Zuerst 0:3 in der Liga verlieren, als bessere Mannschaft und dann als Revanche den kleinen Drittligisten 3:0 besiegen und schlechter spielen. Na Bravo. Das ist, als hätte Schwarzenegger in Terminator 2, nachdem er wiedereinmal von dem überlegenen neuen Terminator einen aufs Maul bekommen hat, den kleinen Jungen verprügelt. So als Ausgleich. Großer Sport. Oder Deutschland, nach dem Weltkrieg, gut Weltherrschaft hat nicht geklappt, dann machen wir halt jetzt Luxemburg platt, oder noch besser Liechtenstein. Also kein guter Vergleich, auch wenn das Ergebnis ihn nahe legt.

St. Pauli hat besser gespielt, als ihre Situation vermuten lässt und trotzdem verloren. Jetzt sind also die Bayern im Finale, der Schmuse-es-geht-ums-große-ganze-Titan hat sensationel gehalten und die großartigen St. Pauli Fans singen so leidenschaftlich, dass auf der Reeperbahn die Buchse flippt. Was für ein Abend. 3:0 Super, ich freu mich auf Berlin.
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The trick is to keep breathing

Im Zug sitzt mir eine Frau, vielleicht Mitte dreißig, gegenüber. Sie trägt eine unmoderne Kurzhaarfrisus und ziemlich langweilige Kleidung. Auf dem Tisch vor ihr steht ein IBM Thinkbook, älterer Generation, deren Tasten sie mit geübtem Zehnfingersystem bearbeitet. Aus einer Seitenfach ihrer Reisetasche ragt die aktuelle Ausgabe der Neuen Züricher Zeitung. Ich bemerke, dass bei ihr im Gegensatz zu mir, beim schreiben die Hände über der Tastatur schweben und sie nicht wie die Handballen auf dem Laptop oder dem Tisch ablegt. Sie hat es gelernt, während ich eine ziemlich wilde selbstgelernte fünf bis acht Fingertechnik ausübe. (Jetzt versuche ich auch, meine Hände beim schreiben schwebend über der Tastatur zu halten. Das funktioniert wirklich gut.) Sie ist nervös. Anscheinend hat sie das Gefühl, dass ich sie bei ihrer Arbeit beobachte, was stimmt, aber ich bin vorsichtig und eigentlich auch ziemlich sicher, dass sie es nicht bemerken kann. Also ist sie anscheinend eh ein nervöser Typ. Ständig setzt sie sich anders hin. Mal schlägt sie die Beine übereinander, mal stellt sie ihre Füße brav geschlossen nebeneinenander. Eigentlich wollte ich auch arbeiten, aber mein Rechner schläft ruhig in meiner Tasche. Ich hatte keine Lust und außerdem sitze ich in einem alten ICE, der nicht an jedem Platz eine Steckdose hat und da der Akku meines Rechners nur noch ein paar Prozent Leistung hat, habe ich ihn stecken lassen. Ich versuche aus dem Fenster zu sehen. Draußen ist es dunkel und was ich sehe ist mein Spiegelbild. Ich sehe müde aus. Auf meiner Stirn streifen Lichter vorbei, die draußen an der Strecke vorbei wischen. Ich erinnere mich an den Tag als ich meine Sachen gepackt habe und Zuhause ausgezogen bin. Ich kann mich erinnern was ich getragen habe und das ich vor Nervosität während der Autofahrt eine ganze Schachtel Zigaretten geraucht habe. Nun sitze ich im ICE und zu meinen Füßen steht eine riesige Reisetasche. In ein paar Jahren werde ich mich vielleicht wieder erinnern, was ich an diesem Abend getragen habe. Oder vielleicht werde ich mich an die Frau erinnern, die verbissen ihre Tasten bearbeitet hat.

Ich erreiche Hamburg und die klassische Musik auf dem Bahnsteig der U-Bahn legt sich, wahrscheinlich wie gewünscht, entspannend auf mein nervöses, angespanntes Gemüt. Die enspannende Wirkung der Musik liegt im Wettstreit mit dem Besoffenen, der gerade wütend seine zweite Flasche Bier auf dem Boden geschmissen hat und schreiend die Scherben vor sich her kickt. Er hat keinen Sinn für klassische Musik – jedenfalls im Moment. Zum Glück kommt die U-Bahn und nimmt mich mit.
Bei meinem Weg zu meiner Bleibe für die Nacht sehe ich die ganzen Müllberge, die aufgrund des Streiks, die Straßenränder bestimmen. Ich weiß nicht auf was das alles hinaus laufen wird. Irgendetwas wird es schon sein.

An dem Tag, an dem ich damals ausgezogen bin trug ich einen schlecht sitzenden weißen Wollpullover und als ich nach zweistündiger Fahrt angekommen war, fiel mir etwas heiße Asche von der Zigarettenspitze auf meinen Arm und brennte ein beachtliches Loch in den Pullover…
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Die Windhose

Da hatten wir die Windhose aber gewaltig voll, als sich gestern ein ausgewachsenes Unwetter über Hamburg hermachte.

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Muß das sein?

Die Irrwege die man geht, die Gedanken die einen begleiten und die Fragen die sich aufdrängen wenn man, ja, einen Hang zur Paranoia hat.

Als ich meinen Weg in den Norden antrat, habe ich mich durchaus darauf gefreut, endlich in einer Stadt zu leben, in der sich mir die Möglichkeit bietet Bundesligafußball nicht nur in einer kleinen, verrauchten, abgeranzten (no offense Falke) Pisspinte zu genießen. Sondern in einem schönen großen Stadion – mit Dach für die 50000 Freunde. Nun ja, der HSV, immernoch besser als Hertha – das waren so ungefähr meine Gedanken. Nun bin ich also hier und versuche mich damit anzufreunden, eventuell ein, zwei Däumchen für die ansässige Bundesligamannschaft zu drücken. Ist das das Ergebnis?

Bayern München : Hamburger SV | 1:2



Muß das sein? Ich war seit Jahren nicht mehr im Stadion bei Bayern München – weil sie immer verlieren wenn ich zusehe. Jetzt wollen mir wahrscheinlich Tausende eine Jahreskarte schenken. Danke.
Als Fan der, nun ja, etwas dazu neigt, mögliche Spielgeschehnisse darauf zurückzuführen, dass er zusieht (Indiz für Allmachtsfantasien und Größenwahn und natürlich ein µ Aberglaube), habe ich mir selbst eine Stadionsperre auferlegt. Das funktioniert recht gut. Erst seit ungefähr 2 Jahren wage ich es wieder Spiele vom FCB im Fernsehen live zu verfolgen, denn sogar bis in den Fernsehsessel hat mich mein Pech verfolgt. Ich kann von mir behaupten ungefähr 85% aller peinlicher Niederlagen in den letzten 15 Jahren, gesehen zu haben. Ja, auch das Championsleaguefinale.

Aber diese Zeiten sind vorbei. Mutig setze ich mich in Kneipen und sehe mir Spiele meiner Mannschaft an. Bis heute. Denn die Frage die mich quält ist: "Wer will mich bestrafen dass ich hierher gezogen bin und damit geliebäugelt habe für den HSV zu sympathisieren?"
Und was noch viel mehr quält ist das Wissen, wie unfassbar bescheuert diese Frage ist.
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Wir sind hier nicht in Seattle Dirk ~ Tocotronic

Trotz des vielen Regens und des anhaltend schlechten Wetters, ist es nuneinmal so. Was will man dagegen tun. Stolz resignieren? Dieses Tribute ist für Tocotronic. Denn, ja, sie haben es sich verdient. Zwar ist dies nicht unbedingt einer der herausragenden Texte, davon gebe es viele, aber er passt nunmal gerade.

Sie hat zwei Beine | Und sie hat zwei Augen | Und aus denen | kann sie schauen | Und sie schaut zu mir

Und ich bin alleine | Und hab kein Vertrauen | Und kann Melodien klau´n | Und sie sagt zu mir:

Wir sind hier nicht in Seattle, Dirk | Und werden es auch niemals sein | Wir sind hier nicht in Seattle, Dirk | Was bildest du dir ein? | Was nicht ist, kann niemals sein

Ich spring über meinen Schatten | Man sie hat gut Lachen | Was machst du denn für Sachen | Was kann ich dafür

Und alles was wir hatten | Und alles was wir machen | Schätzchen laß es krachen | und komm zu mir

Wir sind hier nicht in Seattle, Dirk | Und werden es auch niemals sein | Wir sind hier nicht in Seattle, Dirk | Was bildest du dir ein? | Was nicht ist, kann niemals sein
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