Autor: skek | 1. Feb. 06, 19:02.
Tags: bücher

Checkpoint

Checkpoint von Nicholson Baker erschien ihm August 2004, also kurz vor der letzten Präsidentschaftswahl. Was insofern brisant ist, da das Buch in Dialogform die Geschichte eines Mannes erzählt, der überzeugt ist George W. Bush umbringen zu müssen. Eine andere Möglichkeit sieht er nicht. Aus diesem Grund ist er in Washington und trifft sich nun mit einem alten Freund um sich mit ihm über seine geplante Tat zu unterhalten.

Nicholson Baker ist bekannt für seine etwas verschrobenen Hauptfiguren, die sich zumeist einen fast obsessiven Blick auf die kleinen, von allen übersehenen, Details teilen. Sein erster, in den frühen achzigern erschienener, Roman The Mezzanine (dt. Rolltreppe oder Die Herkunft der Dinge) widmet sich ausschließlich den Kleinigkeiten. Auch sein vorletztes Buch Eine Schachtel Streichhölzer widmet sich mit leidenschaftlicher Liebe den Miniaturen des Alltags, die viel mehr erzählen als jede große Geste.

Auch in Checkpoint ist es ein typischer Baker-Protagonist, der mit seiner Sicht einen neuen Blickwinkel schafft. Nur so schafft es Baker, dem heiklen Thema aufrichtige, ehrliche Nachdenklichkeit mitzugeben und umgeht damit der Gefahr des plumpen GeorgeBushHassPop. Ein sehr kurzes, kurzweiliges Buch, dass man, falls man es im Bücherregal stehen hat, ruhig ganz vielen Bekannten ausleihen sollte. Es ist lesenwert.

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