But the little boy said...
There are so many colors in the rainbow | So many colors in the morning sun | So many colors in the flower | and I see every one. (Harry Chapin)
Wunderbarer Song mit wunderbarem Text und einer Erkenntnis zum Ende, vor der man sich verneigen könnte. Und danach ab ins Geschäft und ein Album von den Goldenen Zitronen kaufen.
Flimmern, Flimmern | Irgendwann nach Sendeschluss Flimmern | Zwischen und nach Überdosen, Unanständigkeiten und Flimmern | Plötzlich der Morgenappell: Empörung aktivieren | Aufstehen, Aufstand, Anstand | Dass ein paar der hauptberuflichen Hülsenpacker | Zu einer klareren Sprache fanden | Zeigte einmal mehr ihre Ignoranz | Gegenüber dem richtigen Bildausschnitt
Der deutsche Planet bekennt, bedauert, appeliert | Lamentiert und applaudiert am liebsten unter sich | Podium? Leider schon vergeben | Doch wir hätten da noch Tanzneger oder Imbissverkäufer
Und dann fragt man sich dann doch: | Wer soll eigentlich wo raus? Raus aus wo oder rein wohin? | Rein und raus und raus wohin, wer soll eigentlich wo raus und rein wohin?
Flimmern, keine Gnade | Kurzgeschlossen Flimmern | Die besessene Maschine füttert Flimmern | Und Flimmern und Füttern | Alle schrien immer hektischer: Es wird zu viel | Und legten reichlich Kohlen nach und Panik setzte ein | Berauscht von dem Gefühl etwas gefühlt zu haben | Posaunten sie Pathos und entdeckten den Stolz | Und wechselten das Thema, wenn immer jemand schrie.
Dann zeigte die Flasche auf den prügelnden Minister | Die Hexenjagd der Milchgesichter | Wer in Dover dem Container lebendig entstieg | Unterschrieb noch vor Ort einen Plattenvertrag
Und dann fragt man sich dann doch: | Wer soll eigentlich wo rein? Rein nach wo und raus wohin? | Rein und raus und raus wohin, wer soll eigentlich wo raus und rein wohin? | Man fragt sich doch: | Wer soll eigentlich wo raus? Raus aus wo und rein wohin? | Raus und rein und rein und raus, da kennt sich heutzutage keiner mehr aus
Und dann war wieder alles normal real | Verrückte Kühe, Hunde, Lastwagenfahrer | Im toten Winkel marschierend vor dem Fernsehsessel Der eingeborenen Bevölkerung
Und dann fragt man sich dann noch: | Wer soll eingentlich wo raus? Raus aus wo oder rein wohin? | Rein und raus, raus wohin? Wer soll eigentlich wo raus und rein wohin?
Was solln die Nazis raus aus Dütschland? | Was hätte das für ein Sinn? | Die Nazis können doch net naus, denn hier jehörn se hin
Was solln die Nazis raus aus Deutschland? | Was hätte das für ein Sinn?| Die Nazis können doch net naus, denn hier jehörn se hin
Seine Eltern sind bei der Post und er wohnt in Marzahn. Da ist das Kind schon im Brunnen, oder? Dieses Tribute geht an die Ärzte, mit dieser Perle. Wunderbarer Text, eine Punktlandung.
Deutschland, Februar '92:der arbeitslose Schustergeselle René geht schwerbewaffnet und im schwarzen Kampfanzug über die polnische Grenze...
Du bist 20 und dir wächst kein Bart | Deine Eltern sind bei der Post | wohnst in Marzahn, das ist ziemlich hart | hast dein Leben lang gelosed | keine Freunde, keine Mädchen (keinen Job) | du wärst gern bei der Polizei
Schon mit dreizehn bist du asthmakrank | einsames Röcheln auf einem Baum | Skinheads verprügeln dich, denken du wärst ein Punk | und Kanada ist dein Traum | wieviel kannst du noch ertragen (wieviel mehr?) | selbst dein Moped haben sie dir geklaut
Du besorgst dir zwei Gaspistolen | Ninja-Wurfstern von 'nem Freund | du machst Kampfsport, wie Jean-Claude van Damme | keine Angst mehr vor dem Feind | einen Ninja-Dress aus dem Kaufhaus (100 Mark) | von 'nem Freund leihst du dir ein Schwert
Mit dem Schwert nach Polen (Polen) | mit dem Schwert (sag warum, René)
Deine Familie sieht dich nochmal im vollen Ninja-Dress | du gehst ins Bett und denkst | morgen ist mein großer Tag | Handschellen, Seil, Munition (Funkgerät) | Schwert, Pistolen und Kompassuhr
Mit dem Schwert nach Polen (Polen) | mit dem Schwert (sag warum René) | deine Mutter ist ahnungslos... (ahnungslos) | mit dem Schwert (sag warum René)
Schon 300 Meter hinter der Grenze wird René von einer polnischen
Streife aufgegriffen. Ein Schöffengericht verurteilt ihn zu einer Geldstrafe von 15.000 Zloty (ca. 35 Mark). Er bekam seine Waffen zurück und will nach Tokio, um vom Ninja-Meister eine Lektion zu erhalten. In gebrochenen deutsch grüßt er seine Eltern: "Macht euch keine Sorgen..."